Zertifizierter Sachverständiger für historische Fahrzeuge. International tätig. Seit mehr als 30 Jahren Journalist für alle Themen rund um das Automobil.

Bereits in jungen Jahren begann ich, mich für klassische Fahrzeuge zu interessieren. Das lag wahrscheinlich daran, dass sie spannender waren, aufregender als das, was sonst so herumfuhr. Der Arzt in unserem Dorf machte seine Hausbesuche mit einer Kastenente, außerdem besaß er einen Mini Cooper (einen echten) und einen Porsche
356 aus dem ersten Jahr der Stuttgarter Produktion, 1950 – eine „Geteiltscheibe“. Dieses Auto hatte nur 40 PS, war aber zum Niederknien schön. Ungefähr zur selben Zeit entdeckte ich in der Ecke einer Werkstatt zufällig einen Maserati 3500 GT. Spätestens seit diesem Zeitpunkt habe ich ein Auge für klassische Fahrzeuge, Exoten und Raritäten.

Als Redakteur bei auto motor und sport und später beim stern hat mir das sogar geholfen, denn ich konnte die modernen Autos, mit denen ich täglich zu tun hatte, nüchterner betrachten.
Und ich bilde mir zumindest ein, dass meine Urteile und Testergebnisse dadurch ausgewogener waren, und manchmal waren die Geschichten deshalb vielleicht auch ungezwungener und unterhaltsamer.

Es war immer mein Bestreben, Autos und die Automobilindustrie ganzheitlich zu betrachten, international. Wir neigen dazu, nicht über den Tellerrand zu schauen. Es ist natürlich verständlich, dass Journalisten sich besonders gut mit den Gegebenheiten des eigenen Landes auskennen. Deutsche Motorjournalisten haben eine besondere Nähe zur deutschen Industrie, weil sie mit ihr aufwachsen. Bei Franzosen, Italienern oder Briten ist das nicht anders. Doch die wahre Expertise kommt erst dann zum tragen, wenn man in einer Toyota-Fabrik wie Tsutsumi oder Motomachi war und mit eigenen Augen gesehen hat, wie dort Autos gebaut werden. Es ist wie Ballett.
Oder wenn man auf einer Automesse in Peking war. Dann erst begreift man, wieviel Macht hinter dem chinesischen Aufstieg steht.
Und als langjähriges Mitglied der Jury von The Car of the Year wüsste ich ohne den Austausch mit meinen Jury-Kollegen aus 23 Ländern viel weniger über Autos. Dafür, dass ich über 20 Jahre lang Mitglied des Jury-Committees war, acht Jahre lang Generalsekretär und fünf Jahre als ihr Präsident das Vertrauen der Jury geniessen durfte, bin ich sehr dankbar. Im Februar 2024 wurde ich zum Ehrenpräsidenten der Jury ernannt. Das macht mich schon ein bisschen stolz.

Vor einiger Zeit habe ich meine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Als zertifizierter Sachverständiger begutachte ich historische Fahrzeuge – für Sammler, Versicherungen, Museen.
Wir alle haben mit Entsetzen den Fall des bekannten Restaurierers Klaus Kienle aufgenommen. Kienle ist inzwischen verstorben, aber die Liebhaberszene bleibt verunsichert. Was ist ein Original? Und was ist eine Fälschung?
Bei Echtheitsprüfungen arbeite ich bevorzugt mit den Kollegen von der FSP zusammen, einem Kreis von Spezialisten unter dem Dach des TÜV Rheinland. Mit forensischen Methoden können Manipulationen entdeckt, aber auch echte Fahrzeuge sicher dokumentiert werden.
Für die Gemeinde der Fans von Oldtimern ist es enorm wichtig, dass das Vertrauen durch absolut seriöse Arbeit garantiert wird. Daran will ich unbedingt mitwirken.


© Alexander Babic
Der stern, für den ich mehr als 20 Jahre gearbeitet habe, ist Gründungsmitglied von The Car of the Year gewesen. Im Jahr 2001 wurde mir der Sitz des stern in der Jury von meinem damaligen Chef Harald Kaiser übertragen. Es war ein Schlüsselerlebnis, denn die Verantwortung und historische Bedeutung von The Car of the Year als Auto-Award für den Verbraucher – das darf ich ohne Übertreibung behaupten – ist beispiellos. Den Preis „Auto des Jahres“ zu gewinnen, ist für alle Automobilhersteller etwas Einzigartiges. Ich fand es von Beginn an faszinierend, dieser Organisation mit ihren Juroren aus 23 Nationen anzugehören. Die Jury ist historisch verankert wie keine andere. Persönlichkeiten wie der Formel 1-Rennfahrer und Le-Mans-Sieger Paul Frère (1917 - 2008) haben ihr angehört. Das empfinde ich als Verpflichtung.
Die Preisverleihung fand jedoch lange Zeit außerhalb der Öffentlichkeit statt. Daher sind wir seit 2012 eine Partnerschaft mit der Geneva International Motor Show eingegangen, um diese Auszeichnung zu überreichen. Das war sehr erfolgreich, auch wenn Corona uns später einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Aber ich persönlich glaube nach wie vor daran, dass Menschen sich auf Messen treffen und austauschen möchten. Im Januar 2023 habe ich das Amt des Jury-Präsidenten an meinen Kollegen Søren Rasmussen aus Dänemark übergeben. Als Anerkennung für meine jahrzehntelange Arbeit für die Organisation wurde ich im Februar 2024 zum Honorary President der Jury ernannt. Es war eine Herausforderung, aber auch eine große Ehre, für diese historisch bedeutsame Organisation arbeiten zu dürfen.

© Ingo Barenschee
Als Liebhaber historischer Fahrzeuge, Gutachter und Journalist kann man einer Leidenschaft hemmungslos fröhnen – dem Sammeln. Sachbücher, Bedienungsanleitungen, Pressemappen, Kataloge, Jahrbücher, Bildbände, einfach alles. Sobald ich eine Anfrage zur Begutachtung eines Fahrzeugs erhalte, begebe ich mich in mein Archiv, um mich einzulesen. Was ich nicht griffbereit habe, besorge ich, und ich telefoniere mein Netzwerk ab. Denn wenn ich als Journalist etwas gelernt habe, dann ist es die Recherche. Man könnte es auch als Sturheit umschreiben.
Kleine Anekdote aus meinem Leben als Redakteur des stern: Ich wollte unbedingt über Autorennen als Breitensport berichten, vor allem über das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring, bei dem damals noch mehr Privatteams teilnahmen als heute. Doch die Chefredaktion interessierte sich – wenn überhaupt – nur für die Formel 1. Also machte ich selbst eine Rennlizenz und berichtete aus dem Cockpit. Das fand die Chefredaktion dann doch spannend genug. Der Artikel über den Breitensport wurde gedruckt, und ich fuhr dreimal das 24-Stunden-Rennen mit. Und das Allerwichtigste: Mein Team und ich sind auch jedesmal ins Ziel gekommen, 2003, 2004 und zuletzt 2007. Was damit einhergeht: Man kann mir durchaus auch wertvolle Autos anvertrauen – ich versuche, sie schonend zu bewegen und stets in einem Stück zurückzubringen. Ich habe zahlreiche Fahrtrainings absolviert – und sogar einen Chauffeur-Lehrgang bei Rolls-Royce.
Als Journalist habe ich alle möglichen Artikel verfasst: Fahrberichte und Tests von Neuheiten, Reportagen, Interviews, Marktspiegel, Messeberichte, Auktionsprotokolle....





© Arturo Rivas



Seit ich als Heranwachsender ein Buch* über handgearbeitete Modellautos in die Finger bekommen habe, bin ich ein Verehrer des Großmeisters Michele Conti (1931-1996) und seines Sohnes Maurizio. 2007 habe ich für den stern Maurizio in Turin besucht, doch auch er ist 2011 viel zu früh gestorben.
* Wolfgang Schmarbeck: Modellautos aus eigener Hand, Motorbuch Verlag Stuttgart
Ich bin dabei, ein Netzwerk zu anderen Sammlern und Fans dieser wunderbaren Kunstwerke aufzubauen, um eine Ausstellung zu organisieren.
Also: Conti-Sammler, bitte melden!

© Jürgen Gebhardt

© Jürgen Gebhardt

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